Selbstbräuner DIY mit Erythrulose

[Werbung wegen Markennennung / Alle Produkte selbstgekauft]

 

Weiße Fingernägel, weiße Kleider und braungebrannte Haut. Ein Bild, dass einem jetzt im Sommer immer wieder von Instagram entgegenblickt. Die Zähne wirken heller, der Teint ausgeglichener, kleine Unreinheiten verschwinden. Dabei sollte man durch die Sonne gebräunte Haut doch so dringend vermeiden. UV-Strahlung hat nichts positives, sie lässt die Haut schneller Altern, führt im schlimmsten Fall zu Hautkrebs und schädigt die Zellen. 

Sonnenbaden kommt für mich ohne Sonnenschutz also nicht mehr in Frage und selbst gut eingecremt und geschützt, wird mir meist nach dem Auffangen einiger Sonnenstrahlen nach ein paar Minuten zu warm und ich suche mir ein schattiges Plätzchen. Da ich jedoch trotzdem mit leicht gebräunter Haut frischer aussehe und sowieso eine kleine Feuchtigkeitspflege verwenden würde, habe ich mir kurzerhand selbst aus nur drei Zutaten einen Selbstbräuner gemischt.

 

 

Warum Erythrulose?

Für mein DIY habe ich mich bewusst für Erythrulose entschieden. Wer die Haut mit natürlichen Stoffen bräunen möchte, kann dies entweder mit DHA (Dihydroxyaceton) oder Erythrulose tun. 

Dihydroxyaceton wird in der Naturkosmetik oft verwendet, da die Bräune schon nach drei bis sechs Stunden sichtbar wird. Nach wenigen Tagen verschwindet diese wieder langsam. Problematisch wird der Stoff jedoch bei warmen Temperaturen und langer Lagerungen. Man sollte den Rohstoff grundsätzlich bei 2-8 Grad lagern, alleine im Ladenregal steht er vorher möglicherweise aber schon länger bei Raumtemperaturen. Bei schlechter Lagerung, Sonneneinstrahlung oder im Badezimmer kann es aber passieren, dass Formaledyd abgespalten wird, ein als krebserregend geltender Stoff. 1http://www.ua-bw.de/pub/beitrag.asp?subid=2&Thema_ID=4&ID=2479&Pdf=No&lang=DE Natürlich ist ein Selbstbräuner mit DHA zudem anderweitig konserviert und es entstehen immer nur winzige Mengen an Formaldehyd, die unter den Grenzwerten liegen 2https://ec.europa.eu/health/scientific_committees/consumer_safety/docs/sccs_o_048.pdf, trotzdem greife ich lieber zur Alternative, auch weil ich den Selbstbräuner nicht immer im Kühlschrank lagern möchte.

Erythrulose ist ebenso ein reaktiver Ketozucker, der jedoch als stabiler gilt. Dadurch wird nicht so schnell Formaldehyd abgespalten, der Bräunungseffekt kommt aber erst nach einigen Tagen zur Geltung. 3https://www.lgl.bayern.de/produkte/kosmetika/kosmetische_mittel/ue_2006_selbstbraeuner.htmDie Bräune ist meist gleichmäßiger als bei DHA und langanhaltender. Außerdem riecht das fertige Produkt deutlich weniger nach dem typischen “Selbstbräuner-Geruch”.

Vorsicht: Selbstbräuner färbt die Haut nur ein, schützt aber nicht vor der Sonne, du solltest also trotzdem immer(!) Sonnencreme verwenden.

 

 

Mein Rezept ist einfach und schnell gemacht, die ursprüngliche Idee stammt von Agata und während ich mir schon seit Jahren vornehme, es auszuprobieren, hat es tatsächlich erst dieses Jahr geklappt. Du findest ihren Artikel hier auf magi-mania.de und falls dich das Thema interessiert würde ich dir dringend raten ihn zu lesen, da er enorm informativ ist. :) Das DIY ist recht beliebt, da Naturkosmetik-Selbstbräuner die ausschließlich mit Erythrulose formuliert sind, meist recht teuer sind (ab 30€) und 30ml der Erythrulose beispielsweise bei behawe knapp 11€ kosten.

Zunächst habe ich ihr Rezept mit dem Aloe-Vera-Saft von Rossmann (enerBio) gemischt. Das Ergebnis war eine leichte, angenehme Bräune, die nur an manchen Stellen etwas fleckig war. Das lag besonders daran, dass die Textur noch zu flüssig war und sich nicht optimal verteilen lies. Da ich nicht extra Aloe-Vera-Extrakt bestellen wollte und noch eine Flasche Aloe-Vera-Gel von Alterra daheim hatte (das wohl beste Mittel für meine Haarspitzen und -längen) probierte ich es kurzerhand damit. 

 

 

Erythrulose wirkt nur bei einem pH-Wert des Endproduktes von 4-5. Daher würde ich nicht empfehlen, die Erythrulose einfach irgendwo hineinzumischen. Da Aloe-Vera einen pH-Wert von 4,5 hat und dabei hilft das Produkt gut zu verteilen ist es prinzipiell die beste Wahl. 

Das Gel von Alterra enthält jedoch noch Konservierungsstoffe wie Alkohol und Zitronensäure, was den pH-Wert der Aloe Vera verändert. Hier findest du alle Inhaltsstoffe des Gels:

Inhaltsstoffe
Aqua, Alcohol denat.*, Aloe Barbadensis Leaf Juice*, Glycerin, Sorbitol, Dehydroxanthan Gum, Aloe Barbadensis Leaf Juice Powder*, Algin, Pyrus Cydonia Fruit Extract*, Sodium Lactate, Lactic Acid, Citric Acid, Parfum**. *ingredients from certified organic agriculture **from natural essential oils

Trotzdem funktioniert das Gel für mich in Kombination mit destilliertem Wasser großartig.

 

Das Rezept

Du benötigst:

Eine Sprühflasche

1/6 Alterra Aloe Vera Gel 

5/6 Destilliertes Wasser

bis zu 5% Erythrulose 

 

Um nachhaltig zu upcyclen, kannst du einfach eine alte Sprühflasche nehmen, wie zum Beispiel von Gesichtswasser. Ich liebe die Sprühflaschen des Dr. Hauschka Tonikums, der Nebel ist extrem fein.

Fülle zunächst 1/6 der Sprühflasche mit dem Aloe-Vera Gel. Bei einer 100ml Flasche des Selbstbräuners sind dies beispielsweise ungefähr 16ml. Dazu kommen nun 5/6 destilliertes Wasser, also ca. 84ml.
Dazu gibst du dann bis zu 5% Erythrulose. Bei den 100ml sind das dann bis zu 5ml. Bei der Behawe Erythrulose entsprechen 20 Tropfen einem Milliliter, du benötigst also 100 Tropfen. Agata verwendet nur 3ml also 60 Tropfen, ich mag jedoch gerne eine etwas stärkere Tönung. Wenn du dir unsicher bist, gib zunächst 60 Tropfen in die Sprühflasche und wenn du dir ein intensiveres Ergebnis wünschst, dann kannst du immernoch mehr Erythrulose hinzugeben.

 

 

Der fertigen Selbstbräuner ist nicht konserviert wie ein Produkt, welches du im Laden kaufst, daher ist er kürzer haltbar. Zwei Wochen kannst du ihn mindestens verwenden, ich vermute sogar, dass er sich dank der Konservierung des Aloe-Vera Gels noch länger hält. Ich persönlich bewahre ihn deshalb im Kühlschrank auf. 

Durch das Gel und die darin enthaltenen pflanzlichen Verdicker, lässt sich das Endprodukt wunderbar verteilen und wird bei mir kein bisschen streifig. Heraus kommt eine leichte Feuchtigkeitspflege, die meine Haut sanft und gleichmäßig bräunt, wenn auch weniger stark als vergleichbare Produkte mit DHA. Prinzipiell könnte man aber den Anteil an Erythrulose noch weiter erhöhen, jedoch verwende ich den Selbstbräuner genauso im Gesicht, wo laut Agata eine Menge von maximal 5% empfohlen wird. 

 

 

Weitere Infos zum Thema Sonne und Sonnenschutz

Wer noch einen guten Sonnenschutz sucht, kann sich gerne hier umsehen (Beautyjagd, Peppermynta und alabstermädchen), ich bin in diesem Jahr leider aus Zeitgründen nicht zu einem Vergleich gekommen, aktuell verwende ich wieder das LSF50 Sunspray von Alga Maris.

Eine App, die ich erst kürzlich entdeckt habe hilft dabei, die UV-Strahlung einzuschätzen und sich immer optimal davor zu schützen. Sie heißt UV Lense und ist kostenlos zum Download erhältlich. Wer sich kostenlos registriert kann außerdem den eigenen Hauttyp angeben und sich nach dem Eincremen erinnern lassen, falls ein Nachcremen notwendig wird. (App Store, Google Play Store)

 

Hast du schon einmal Selbstbräuner verwendet?

Cremst du dich im Sommer sowieso ein oder verzichtest du vollständig auf Pflege?

Achtest du besonders auf Sonnenschutz oder hast du dich mit diesem Thema noch nicht so viel beschäftigt?

 

Ganz liebe Grüße

Nachweise   [ + ]

1. http://www.ua-bw.de/pub/beitrag.asp?subid=2&Thema_ID=4&ID=2479&Pdf=No&lang=DE
2. https://ec.europa.eu/health/scientific_committees/consumer_safety/docs/sccs_o_048.pdf
3. https://www.lgl.bayern.de/produkte/kosmetika/kosmetische_mittel/ue_2006_selbstbraeuner.htm


1 thought on “Selbstbräuner DIY mit Erythrulose”

  • Liebe Julia,
    ich nutze auch einen selbstgemischten Erythrulose Selbstbräuner, allerdings aus Erythrulose und reinem Aloe Vera Gel, das flüssig ist. Ich liebe die Einfachheit dahinter und der Auftrag mit Sprühflasche ist so simpel, dass es nicht mal besonders aufwendig ist, ihn gleichmäßig aufzutragen (: .
    Im Sommer pflege ich tatsächlich eher weniger als im Winter und meine Haut verträgt das ganz gut. Wenn ich Selbstbräuner nutze, achte ich jedoch schon darauf zusätzlich zu pflegen, damit die Bräune länger hält und durch schuppige Haut nicht gleich verschwindet. Wobei Erythrulose ja auch hier die Nase vorn hat, da sie tiefer bräunt als DHA.
    Liebe Grüße (: .

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