Roggenmehl – Alternative Waschmethoden [Haarbande]

Es ist verrückt, wenn ich darüber nachdenke, wie viele Plastikverpackungen von Shampoo, Duschgel und Co. ich schon weggeworfen haben muss. Durch meinen Blog probiere ich verschiedenste Naturkosmetik aus, von Low-Budget bis zum eher luxuriöseren Preissegment, von kleinen bis hin zu großen Fläschchen, Tiegeln oder Tuben. Einige der Verpackungen sind aus recycleten Materialien, aus Glas oder nachwachsenden Rohstoffen. Trotzdem suche ich immer wieder nach einem Zero-Waste Ersatz für das ein oder andere Produkt. Während das im Haushalt oder bei alltäglicheren Dingen ab und zu sehr gut klappt, hat das mit mir und Zero-Waste-Shampoo bis jetzt noch nicht so gut geklappt.

Das feste Shampoo ist auf Dauer nicht mild genug zu meiner Kopfhaut, weiße Tonerde macht meine Haare stumpf und warum das mit mir und Roggenmehl nicht geklappt hat – das ist eine längere Geschichte um die es heute gehen soll. Dabei hat doch alles so gut angefangen!

 

 

Vom Haare Waschen mit Roggenmehl habe ich zuerst bei Erbse von kosmetik-vegan.de gehört. Sie ist übrigens auch Teil der Haarbande. In diesem Artikel erklärt sie, warum es sich lohnt, dem Roggenmehl eine Chance zu geben, denn darin ist Pantothensäure enthalten, was sich beim Eindrigen in die Haut in den hauptflegenden Stoff Panthenol verwandelt. Wichtig ist, dass das Waschen ausschließlich mit Roggenmehl funktioniert (und evtl. möglicherweise mit Kichererbsenmehl), die meisten anderen Sorten, wie Weizenmehl haben zu viel Gluten und würden nur in den Haaren kleben bleiben!

 

 

Alles was man benötigt sind einige Esslöffel Roggenmehl und kaltes bis lauwarmes Wasser. Wenn das Mehl viele Schalenteile enthält, wie beispielsweise das Vollkorn-Roggenmehl, welches ich hier auf den Fotos verwendet habe, bietet es sich an, es vorher zu sieben.

 

 

Mein Sieb ist fast schon etwas zu grobmaschig und es bleiben nur die allergrößten Schalenteile hängen.

 

 

Anschließend einfach etwas Wasser hineingießen und gut umrühren.

 

 

Da am Anfang hin und wieder kleine Klümpchen zu sehen sind, warte ich manchmal noch 10-15 Minuten und rühre danach nocheinmal um, dann sind garantiert alle verschwunden.

 

 

Anschließend wird die Mischung, die sich nun fast gelartig anfühlt in die Kopfhaut einmassiert, man lässt sie eine Minute einwirken und spült sie anschließend ab. Meine Haare wurden davon immer sehr sauber und fühlten sich frisch an.

 

Vor- und Nachteile von Roggenmehl

Letztes Jahr habe ich über drei Monate lang meine Haare nur mit Roggenmehl gewaschen, Freunde von mir waschen sich immernoch so die Haare. 

Vorteile sind voluminöseres Haar mit mehr Griffigkeit, weniger Abfall und, was mich am meisten freute, eine beruhigte, weniger beanspruchte Kopfhaut. Sie juckte weniger und mein Waschzyklus verlängerte sich. Das Gefühl der kühlen Mischung auf dem Kopf war viel angenehmer als Shampoo und ich muss sagen, dass ich es ein wenig vermisse.

Auch hat man die zwei Zutaten quasi immer im Haus: Eine Packung Roggenmehl und etwas Wasser. Außer einer Papiertüte entsteht kein unnötiger Abfall.

 

 

Doch warum bin ich persönlich nicht dabei geblieben und verwende nun doch wieder Shampoo?

Ein Punkt ist, dass sich gröberes Mehl, wie das Vollkorn-Roggenmehl oben, weniger gut zum Haarewaschen eignet. Die kleinen Schalenstückchen bleiben im Haar hängen und um alle herauszubekommen musste ich ähnlich wie bei Pflanzenhaarfarben meine Haare beim Waschen leicht durchkämmen. Je feiner gemahlen das Mehl ist, desto besser. Leider gibt es bei uns kaum fein gemahlenes Roggenmehl zu kaufen, ich hatte zwei Packungen mitgenommen, als ich das letzte Mal in Stuttgart war, doch die waren bald aufgebraucht. Das könnte sich jedoch mittlerweile geändert haben, da muss ich noch etwas ausprobieren.

Ein weiterer Grund ist die Handhabung. Wenn ich morgens zu spät aufstehe und doch noch meine Haare waschen muss, geht es leider deutlich schneller eine Shampoo-Flasche zu öffnen als erst Roggenmehl zu sieben und anzumischen. Wenn ich jetzt fein gemahlenes Roggenmehl finde, wird das kein Problem mehr sein, doch gerade nach Reisen, bei denen ich dann doch aus praktischen Gründen ein Shampoo dabei hatte, war es schwierig sich wieder umzugewöhnen.

Einen letzten Grund gibt es noch, der mich am meisten gestört hatte: Nach mehreren Monaten der Roggenmehl-Wäsche wurden meine Haare, besonders mein Ansatz immer matter und belegter. Die Haare fühlten sich nicht mehr angenehm an. In der Regel hilft eine einfache saure Rinse um die Haare wieder zu glätten und Überreste zu entfernen, doch irgendwie half das bei mir nichts. Dazu kam, dass ich sie ebenso über den Haaransatz geben musste um diesem eine Tiefenreinigung zu verpassen, doch das reizte meine Kopfhaut. Was jedoch gut half war eine Wäsche mit Shampoo.

 

Was habe ich gerade also aus meinem Text gerade gelernt? Ich bin froh, mich noch einmal mit dem Thema beschäftigt zu haben, denn ich habe heute wieder probehalber mit Roggenmehl gewaschen und gemerkt, wie gut das meiner Kopfhaut tut. Ich werde mich umsehen, ob ich ein fein gemahleneres Mehl finde und versuchen, wenigstens jedes zweite Mal meine Haare mit Roggenmehl zu waschen. So gebe ich meiner Kopfhaut eine kleine Pause, reinige meine Haare aber immer mal wieder mit Shampoo. 


Weitere Artikel zum Thema findest du wie immer auf Haarbande.de. Seit diesem Monat haben wir außerdem ein neues Mitglied: Theresa vom Projekt Schminkumstellung. :)


 

Seit 2014 dreht sich auf „Projekt Schminkumstellung“ alles um die Umstellung von konventioneller Kosmetik auf Naturkosmetik. Dabei macht Theresa kontinuierlich kleine Schritte in Richtung eines einfacheren Lebens.
Nach langjähriger stiefmütterlicher Behandlung ihrer ungefärbten Naturwellen wäscht sie sich diese seit Anfang 2017 nach der Water Only Methode und berichtet über ihre Erfahrungen damit.

Hast du schon eine alternative Waschmethode ausprobiert?

Beschäftigst du dich mit dem Thema Zero-Waste?

Ganz liebe Grüße



2 thoughts on “Roggenmehl – Alternative Waschmethoden [Haarbande]”

  • Liebe Julia,
    ich beschäftige mich genau wie du immer mehr mit dem Thema Zero-Waste und habe schon viele Produkt-Alternativen gefunden, die mit weniger Müll auskommen und plastikfrei sind.
    Beim Waschen der Haare ist es daher umso schöner, dass Water Only bei mir so gut funktioniert. Ich brauche aber unbedingt die sauren Rinsen, da ich kalkhaltiges Wasser habe, was mein Haar und meine Kopfhaut andernfalls unschön belegt.
    Übrigens finde ich es auch schon bemerkenswert, wenn man beispielsweise ab und an auf Roggenmehl setzt, selbst wenn man zwischendrin mal wieder mit Shampoo wäscht. Für meinen Freund, der täglich wäscht und mal mit Lavaerde experimentiert hat, habe ich damals eine größere Menge für etwa 3 Wäschen in einem Gefäß angerührt, was ich im Kühlschrank gelagert habe, sodass er nicht täglich etwas anrühren musste.
    Hast du eigentlich auch schon Haarseifen probiert? Von Savion oder auch Flow wird ja hin und wieder geschwärmt. Vielleicht wäre das auch etwas für dich (: . Oder die dunkle Lavaerde. Mit dieser habe ich mir ein halbes Jahr die Haare gewaschen und war sehr zufrieden damit (: .
    Liebe Grüße und ich freue mich sehr über die Aufnahme in der Haarbande (: .

  • Ich habe es auch schon einmal ausprobiert, mehrere Wochen lang, doch der Geruch nach Talg meiner Kopfhaut, so als hätte ich nie gewaschen, verstärkte sich immer mehr und ich empfand ihn als untragbar für mich und meine Umwelt.

    Außerdem habe ich im Nacken, hinter den Ohren und an der Stirm massenweise Unterlagerungen und Pickel bekommen..etwas, das ich sonst so nicht kannte

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