Vom plötzlichen „Öko“-Dasein oder wie ich mein Deo-Problem in den Griff bekommen habe!

Hallöchen! :D
Wie ihr ja wisst, habe ich jetzt einige NK-Deos probiert, sowohl günstigere wie von Alverde, als auch eher teurere von Weleda. Zwar kam ich schon einigermaßen damit zurecht, richtig glücklich war ich mit dieser halben Lösung jedoch nicht.
Deshalb habe ich mir den Wolkenseifen Onlineshop genauer angeschaut, denn von diesen Produkten schwärmen ja bekanntlich viele. Leider bestelle ich ziemlich ungern Produkte, die nicht im normalen Handel gekauft werden können, wobei sich das demnächst vermutlich ändern werden könnte.
Außerdem enthalten die Deocremes von Wolkenseifen synthetisches Parfum, sind also nicht komplett natürlich!
Jedenfalls habe ich einen Blick auf die Inhaltsstoffe geworfen und festgestellt, dass ich die Hauptbestandteile, nämlich Kokosöl, Sheabutter und Natron sogar zuhause hatte und sie gleich mal bereitgelegt. Das Mischungsverhältnis steht natürlich bei der INCI-Liste nicht dabei, deshalb habe ich einfach mal angefangen herumzumachen.
Und mein bestes Ergebnis teile ich heute mit dir!

DIY – Deocreme

Selbstgerechtes Deodorant aus Natron, Kokosöl und Sheabutter (selbstgerührt)

Du brauchst:

 
Kokosöl (~ 2 El)
Kakaobutter oder Sheabutter (~ 2 EL)
(Speisestärke) (~ 1 EL)
Natron (~ 1 El)
 
einen leeren Behälter
heißes, nicht mehr kochendes Wasser
Zuerst kochst du dir heißes Wasser um den Behälter (hier ein alter von einem konventionellen Produkt, dass ich nicht mehr verwende) keimfrei zu bekommen. Pass bei dünnerem Plastik auf, nicht dass es noch schmilzt oder sich verformt!
Um alle Zutaten zu schmelzen, kannst du entweder ein Wasserbad verwenden, oder (noch einfacher) deine Mikrowelle, falls vorhanden bei schwacher Leistung.
Die erste Zutat, die du schmelzen solltest ist die Kakaobutter, da sie länger braucht um weich zu werden, als die anderen Zutaten. Alternativ kannst du auch Sheabutter verwenden, ich habe beim letzten Mal einfach beide verwendet, sie dienen dazu deine Haut zu pflegen, damit sie vom Natron nicht zu sehr austrocknet. Wenn du viel Kakaobutter verwendest, solltest du mehr Kokosöl oder Sheabutter hinzufügen, denn sonst wird dein Deo bei Zimmertemperatur zu fest.
Anschließend könnt ihr das Kokosöl einfach hineinlegen und etwas umrühren, oft löst es sich schon durch die Wärme der Kakao-/Sheabutter auf. Wenn du noch etwas Duft haben möchtest kannst du noch diverse ätherische Öle dazwischen, ich habe in meinen ersten Versuchen darauf verzichtet, dann duftet es angenehm aber doch stark nach Kokosöl. Bei meinem nächsten Deo werde ich wohl etwas von einem Weleda Körperöl hinzugeben, da ich noch kleine Proben des Wildrosen-, Sanddorn- sowie Granatapfelöls habe (~2€).
Zu guter Letzt rührst du noch das Natron, welches du entweder zum Backen in kleinen Päckchen oder im DM neben den Nahrungsergänzungsmitteln z.B. von Kaisers in einer größeren Packung findest, in deine flüssige Mischung. Allerdings sollte am Ende nicht mehr als ein Viertel des Produktes aus Natron bestehen. Je mehr Natron du verwendest, desto höher ist die Wirksamkeit, aber desto mehr trocknet es auch deine Haut aus.
Wenn sich das Natron nicht gut verteilt, kannst du noch etwas Speisestärke hinzugeben, diese gibt dem Produkt am Ende auch eine bessere Konsistenz. Es fühlt sich zwar etwas krümeliger auf der Hand an, aber beim Auftrag auf den Achseln, sowie beim Verreiben verschwindet es.
So, nur noch warten bis es abgekühlt ist und schon ist sie fertig, deine selbst gemachte Deocreme!
Wenn sie nicht so gut funktioniert, kannst du auch noch Zinkoxid von der Apotheke kaufen und hinzugeben. Ich habe jedoch keines verwendet, denn das Natron reicht absolut aus und da brauche ich keinen weiteren austrocknenden Stoff.
Selbstgerechtes Deodorant aus Natron, Kokosöl und Sheabutter (selbstgerührt)
(so sieht meine, schon etwas benutzte, Deocreme aus!)
Und wie schon gesagt, bei mir wirkt das Deo super! Es hält den ganzen Tag und nicht nur ein paar Stunden und durch die Kakao- und Sheabutter sind meine Achseln super gepflegt und weich!
Ich bezweifle, dass ich in nächster Zeit noch ein Deo kaufen werde.
Und günstig (bis auf Shea-/ oder Kakaobutter, die es in Bioläden oder online gibt), ist es auch noch!
Irgendwie war das eigene Zusammenmischen der Kosmetik für mich der Inbegriff des „Öko“-Daseins (was auf keinen Fall abwertend gemeint ist!) und nicht dass das schlecht ist, es kam mir nur immer so weit weg vor. Aber ganz ehrlich, das geht so schnell und einfach! Und da in diesem Produkt kein Wasser enthalten ist, muss man es nicht einmal konservieren.
Trotzdem würde ich dir empfehlen es nicht länger als einen Monat zu verwenden, lieber immer frisch herzustellen, gerade mit Sheabutter dauert das nur 5 Minuten (Kakaobutter braucht etwas länger zum Schmelzen). Und achte darauf, dass es nicht die ganze Zeit in der Wärme steht.
Wenn du wirklich sichergehen willst, kannst du dir auch einen kleinen Spachtel basteln oder kaufen, mit dem du dann die Creme täglich entnimmst.
Viel Spaß beim Ausprobieren, ich bin schon ganz gespannt, ob es auch bei dir funktioniert!
Denn ich hatte die Suche nach einem richtig langanhaltenden NK-Deos schon fast aufgegeben!
Wie findest du das eigene Herstellen von Kosmetik? Praktisch, oder zu aufwändig? :)


28 thoughts on “Vom plötzlichen „Öko“-Dasein oder wie ich mein Deo-Problem in den Griff bekommen habe!”

    • Bei mir war das auch immer zu krass, ich dachte immer die Hersteller werden schon viel mehr Ahnung haben als ich vom Kosmetik machen :D
      Aber da es so schnell und einfach geht habe ich es dann doch probiert! :D

  • Ui, das klingt spannend. Ich bin ja sehr zufrieden mit meinen Wolkenseifen- und Waldfussel-Deos, habe aber auch schon überlegt, das einfach selbst zu machen. Und du hast mir jetzt richtig Lust gemacht aufs Selberrühren! Wobei man dann ja auch noch über eine persönliche Beduftung nachdenken könnte… :-)

    • Also bei mir auf jeden Fall und besser als alle Deos die ich bis jetzt gekauft habe. Ich nehme jedoch auch nicht wenig und im Internet habe ich gelesen, dass es bei manchen Menschen nicht so gut funktioniert. Also kann ich dir nicht garantieren, dass es bei dir wirkt, für mich ist es wundervoll!

    • Es gibt da wohl ne Alternative mit Zitronensäurepulver oder irgendsowas. Das liegt daran, dass mancher Leute Schweiß eher basisch ist und anderer eher sauer. Da kann man eben das andere probieren. ;)
      Einfach noch mal genauer googeln, weil ich das vor ner halben Ewigkeit gelesen habe… ;)

  • Puh, ich hab mich bisher noch gar nicht an DIY-Kosmetik rangetraut…. aber Dein Erfolgserlebnis motiviert schon so ein bisschen ;)) An deocreme verwende ich nur noch die von Wolkenseifen :D

  • Klasse, danke für das Rezept!
    Ich habe mich immer gefragt wieviel Natron nötig ist damit es wirkt. Diese Frage wurde mir nun super gut beantwortet!! :-D
    Nur nochmal als Tipp, ich denke du kannst das Deo sicherlich mit gutem Gewissen länger als einen Monat verwenden. Kokosöl wirkt ja auch Antibakteriell und alle Rohstoffe sind ja „pur“ auch länger als einen Monat haltbar. Das Zusammenmischen ändert daran nichts, da ja, wie du schon geschrieben hast, kein Wasser dabei ist. Aber natürlich ists auch nicht schlimm immer kleine Mengen herzustellen ;-) Ich wollte den Tipp nur dalassen, damit man nach einem Monat nicht denkt panisch die Reste wegschmeißen zu müssen :-)

    • Schön, dass ich dir diese Frage beantworten konnte! :)
      Und danke für den Haltbarkeits-Tipp! Ich bin da glaube ich etwas übervorsichtig :) Aber ich glaube ich mache sowieso immer nur so geringe Mengen, dass ich sie innerhalb eines Monats (vielleicht mal ein paar Tage mehr) aufbrauchen werde :). Aber wenn sie noch gut und frisch riecht würde ich sie auch nicht wegwerfen. :)

  • Ich habe mir auch schon mal eine Deocreme selbst gemacht. jedoch eine beduftete Variante. War zwar nicht schlecht, aber diese leicht krisselige Konsistenz und das Auftragen mit den Fingern hat mich leider doch ziemlich gestört.

    Liebe Grüße :)

    • Das Krisselige hält sich jetzt bei meiner Variante mit Kakaobutter in Grenzen, aber ich verstehe was du meinst :) Es ist schon etwas umständlicher und gewöhnungsbedürftig. Allein des Effekt wegens werde ich wohl dabei bleiben, es war aber eine starke Umgewöhung :).

  • Danke für das Rezept! Zum einen finde ich DIY genial, zum anderen bin ich einfach zu faul, um das zu machen. Eine Deocreme ohne Zinkoxid klingt aber dennoch verlockend. Wer weiss, vielleicht versuche ich das mal, wenn meine Wolkenseifenvorräte irgendwann zur Neige gehen sollten :)

  • Ich kann diese Erfahrung mit DIY Deo nur bestätigen! Mir kommt kein gekauftes Deo mehr ins Haus! Ich bevorzuge mittlerweile auch die Deocreme – grundsätzlich funktioniert Natron aber generell super als Deo – egal ob in DIY Deocreme oder als DIY Deo mit destilliertem Wasser! Und man vermeidet zugleich so viel unnötigen Abfall! Jedes andere Deo ohne Aluminium hat bei mir immer sehr schnell nachgelassen in der Wirkung gegen Geruch – schwitzen tut man so oder so ,wenn man auf ein Deo ohne Aluminium umsteigt.
    DIY Deo ist eine absolute Überraschung in Wirkung und Preis und Aufwand – alles einfach fantastisch ! Das Rezept hier probiere ich gern bei nächster Gelegenheit aus !

  • Das klingt echt super easy und schnell… Wie ist denn das mit dem Fetten? Den Zutaten zufolge klingt das nach Fettflecken auf den T-Shirts!?

  • Muss man zwingend Kokosöl nehmen?
    Ich habe nämlich das Problem, dass ich immer würgen muss und mir übel wird, wenn ich Kokos rieche :(

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